|
FlaRakG 6 Kdore -
Ansprache Appell 28.06.02
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
geehrte Gäste, liebe aktive und ehemalige Kameraden
!
Als Kommodore des FlaRakG 6 und
Standortältester darf auch ich Sie alle aufs herzlichste
begrüßen. Als ich vor mehr als acht Jahren
im Juni 1994 meinen Dienst in der P-H-K antrat, hätte
ich mir nicht träumen lassen, dass es einmal meine
Aufgabe sein würde, eine Einladung zur Außerdienststellung
des Geschwaders, ja zur Schließung von Kaserne
und Standort auszusprechen, und doch ist es genau so
gekommen.
Meinem Stellvertretenden DivKdr bin ich zu großem
Dank verbunden, dass er mir mit seiner Ansprache die
Pflicht abgenommen hat, noch einmal die militär-
und sicherheitspolitischen Überlegungen darzustellen,
die der Neuausrichtung der Bw und den sich daraus ableitenden
Konsequenzen auch für die FlaRak-Verbände
vorangegangen sind. Herr General, nicht nur sind Sie
dafür viel prädestinierter, mir hätte
es wahrscheinlich an der nötigen Objektivität
gefehlt und es wäre mir schwer von der Zunge gegangen.
Und ich fürchte, selbst wenn ich mich in die Pflicht
genommen hätte, was mir manchmal sogar gelingt,
bei dem Anblick, der sich mir gerade jetzt von dieser
Stelle bietet, alle guten Vorsätze wären vergessen
gewesen und das Herz hätte über den Verstand
gesiegt.
Außerdem ist mir heute wirklich
nicht nach Sicherheits- oder Militärpolitik zumute
und vielen von Ihnen mag es genauso gehen.
Meine sehr verehrten Gäste,
liebe Kameraden, ich bedanke mich bei Ihnen für
Ihr Kommen von ganzem Herzen! Sie haben es sich nicht
nehmen lassen, den Abschied von Standort Lenggries,
der für viele unter Ihnen auch einmal Ihr Standort
war, gemeinsam mit der aktiven Truppe in der Prinz-Heinrich-Kaserne
zu begehen. Ich bin sicher, Sie werden es nicht bereuen
gekommen zu sein, dafür wollen wir Sorge tragen,
das haben wir uns fest vorgenommen. Überall
werden Sie die Mühe spüren, die die Truppe
sich gemacht hat und noch macht, um den letzten Appell
zu einem Erlebnis werden zu lassen, das Sie in guter
Erinnerung behalten. In diesen Wochen und Monaten finden
besonders viele Veranstaltungen in den Verbänden
der Bundeswehr statt und leider überwiegen dabei
die eher traurigen Anlässe, bei denen Verbände
aufgelöst, aus dem Einsatzauftrag entlassen, an
einen anderen Standort verlegt werden oder gar der Standort
geschlossen wird. Nach Ansicht vieler ist Lenggries
dabei ein besonders tragischer Fall und obwohl auch
wir Soldaten der P-H-K so denken, so wollen wir doch
keine Traurigkeit aufkommen lassen.
Wir sind zwar alle emotional sehr
stark berührt, doch wenn es schon kein leichter
Abschied ist, so soll es wenigstens ein schöner
werden! Wir wollen trotz allem fröhlich
sein und feiern, Gründe obwohl wir zum Feiern
noch nie welche gebraucht haben gibt es wahrlich
genug. Einer der wichtigsten ist dabei ganz sicher die
Freude darüber, dass Sie, verehrte Anwesende, liebe
Freunde und Kameraden, heute hier sind. Wir haben die
Öffentlichkeit eingeladen, wir haben aber auch
1.500 Einladungen an Ehemalige verschickt, die Reaktion
war von Anfang an überwältigend; und neben
den vielen Hundert, die angereist sind, hat eine ähnlich
große Zahl angerufen, geschrieben, Emails geschickt,
uns Glück gewünscht und dabei selbst ihrer
Dienstzeit im Isarwinkel gedacht.
Und wer wie ich die Gelegenheit
hatte, diese Nachrichten, diese Botschaften zu lesen,
der braucht nicht lang zu forschen, warum selbst viele
ehemalige Wehrpflichtige von einer schönen Zeit
in Lenggries schreiben, einen Lebensabschnitt, an den
sich alle gerne zurückerinnern. Natürlich
hat es was mit den Schönheiten des Isarwinkels
zu tun, der so reizvollen Landschaft; die dem, der gerne
draußen ist, zu jeder Jahreszeit unendlich viel
bietet: Die malerischen Dörfer, die Wiesen und
Felder, die Flußlandschaft der Isar der
Reißenden, wie sie manche auch erlebt
haben und vor allem die Lenggries umgebenden
Berge bis hin zum Karwendel, dies alles mischt sich
aufs Feinste und Beste zusammen zu einem Ganzen, wie
man es als Standort nicht so schnell wieder findet.
Jeder, der das Glück hatte, hier eine angemessene
Zeit zu verbringen, hat es immer mal wieder verspürt,
jenes ganz besondere Gefühl, das durch das Isarflimmern
geweckt wird. Und mittendrin in dieser Pracht unsere
Prinz-Heinrich-Kaserne, schon ein bißchen betagt,
etwas in die Jahre gekommen, aber gerade deshalb nicht
weniger liebenswert, eben ein Zuhause.
Man muß sich ihr zu
Fuß oder mit dem Fahrrad nähern, besonders
im Winter den eigenen Atem spüren, wenn man durch
die Wache geht, dann schätzt man es um so mehr,
die Wärme hinter den dicken Mauern zu finden. Und
wenn dann die aufgehende Sonne den Gipfel des Braunecks
in gleißendem Licht erstrahlen läßt,
dann können Sie es sicher nachvollziehen, dass
die meisten von uns mit keinem anderen tauschen wollen
und unsere unzähligen Besucher uns um dieses Fleckchen
Erde beneiden. Glauben Sie es mir, ich könnte
noch so manches hinzufügen, was mir und vielen
anderen diese Landschaft gegeben hat, ohne etwas dafür
zu verlangen. Auch für die vielen sehr stillen
Tage bin ich unendlich dankbar.
Und doch ist es nicht das Äußere alleine,
was diesen Standort von Anfang an so attraktiv gemacht
hat. Als die ersten Soldaten der Bw im September 1973
von Lindau kommend, mit Marsch und Gesang in die P-H-K
einmarschierten, fühlten sie sich willkommen.
Ich habe mit etlichen gesprochen, die damals mit dabei
waren, und einige sind heute hier unter uns einer,
ein letzter, ist sogar mit angetreten - und werden es
gerne bestätigen. Gut, es waren Angehörige
der Luftwaffe und nicht wie erhofft Gebirgsjäger,
aber es waren eben Soldaten, und so gab es nie Berührungsängste
oder Vorbehalte.
Während man vielerorts über die Notwendigkeit
der Integration der Bw in die Gesellschaft sprach oder
schrieb, hatte man hier in Lenggries das beste aller
Verhältnisse, nämlich ein normales, und das
bedeutete, man konnte sich auch mal auf die Füße
treten und blieb doch freundschaftlich verbunden.
Wenn mehr Zeit zur Verfügung
stünde, könnte, ja müßte man dies
an Namen festmachen und da gäbe es viele zu nennen.
Altbürgermeister und Bürgermeister, Gemeinderäte
und Vereinsvorstände, Kommandeure, Chefs, Spieße
und viele andere mehr.
Besonders intensiv und prägend war über alle
Jahre hinweg die Freundschaft mit den vielen Veteranen-,
Krieger-, Soldaten- und Reservistenvereinen, mit den
Gebirgsschützen, Militärstammvereinen und
Traditionsgemeinschaften. Und auch das war nicht immer
einfach, zu einem gemeinsamen Verständnis von Tradition
zu kommen, nicht nur hinter den Fahnen herzulaufen,
sondern auch zu wissen warum.
Wir haben uns hier gegenseitig
befruchtet, haben viel voneinander gelernt, sind echte
Freunde geworden. Dass heute so viele Fahnenabordnungen
hier sind, ist der beste Beweis dafür und gibt
uns die Gelegenheit uns so zu verabschieden, wie es
unserem Charakter entspricht: Eingebunden in die Heimat.
Nicht nur mir war es immer eine Ehre, mitantreten zu
dürfen, gemeinsam unserer Gefallenen zu gedenken,
Ansprachen am Volkstrauertag zu halten, das ging vielen
mit und vor mir so.
Besonders am Herzen lagen
mir von jeher die Reservisten und ich wünschte,
ich hätte hier noch mehr getan. Es freut mich natürlich
ganz besonders, dass auch zahlreiche Fahnenabordnungen
der Reservistenorganisationen gekommen und mitangetreten
sind.
Meine sehr verehrten Damen
und Herren,
ich bin mir der Tatsache voll bewußt, dass Reden
für Zuhörer nicht kurz und für die Redner
selbst nie lang genug sein können. Da aber heute
Abend beim Ehemaligentreffen der Kommandeur und Kasernenkommandant
OTL Damaschke verabredungsgemäß das Wort
ergreifen wird, habe ich nicht so schnell wieder die
Gelegenheit, einige Dinge anzusprechen, die gesagt werden
müssen, weil sie sonst für immer ungesagt
blieben.
Gestatten Sie mir also, dass
ich noch einige wenige Gedanken über die Hauptbeteiligten
am heutigen Abend anfüge, die Soldaten und zivilen
Arbeitnehmer meines Stabes und der FlaRakGrp 33.
Liebe zivile Mitarbeiter und
Kameraden!
Ich verabschiede mich nicht von Ihnen, Sie werden mir
auch weiterhin unterstellt bleiben, ich möchte
mich aber gerade deswegen bei Ihnen heute besonders
herzlich bedanken, denn Sie waren es, die all die Dinge,
die ich eingangs angesprochen habe, mit Leben erfüllten.
Sie haben die Kontakte zum zivilen Umfeld gehalten,
haben mitgewirkt in Vereinen, Kirchen, Schulen und vielen
anderen sozialen oder karitativen Einrichtungen. Sie
haben Altennachmittage durchgeführt, die Tore der
Kaserne geöffnet, unzählige Besucher betreut.
Ob Lions Club oder Rumänienhilfe, Kinderverkehrsschule
oder Sportwettkämpfe, immer hat sich jemand gefunden,
der freiwillig und zusätzlich Dienst geleistet,
geholfen hat. Dutzende
Male wurden Abordnungen zusammengestellt, um in der
näheren oder weiteren Umgebung Flagge zu zeigen,
die Bw zu vertreten. Ob in Gmund oder Dürnbach,
Bad Tölz, Miesbach oder Lenggries, am Volkstrauertag
waren wir präsent. Ob beim Kriegsgräbereinsatz
in Italien oder in Frankreich, ob bei Katastrophen oder
Nothilfen, Soldaten aus der P-H-K waren da und haben
wie selbstverständlich geholfen. Gut, es waren
meist dieselben, aber so ist es heute eben überall.
Viel ist passiert in den letzten
30 Jahren und so manches ist in der vielbändigen
Chronik verzeichnet und nicht alles war gut, wie könnte
es auch anders sein. Kaum ein Paragraph des Strafgesetzbuches
wurde ausgelassen und auch WDO und Wehrstrafgesetz kamen
nicht zu kurz. Wir hatten Tote zu beklagen und nichts
Menschliches blieb uns fremd. Es war oft nicht leicht,
auch nicht während meiner acht Jahre.
Wir haben zusammen gefeiert
und haben zusammen getrauert, so wie es im Leben eben
ist, aber eines sind wir dabei immer geblieben: Eine
feste, geschlossene Gemeinschaft, geprägt von tiefem
gegenseitigen Vertrauen. Dies habe ich von meinen Vorgängern
als Erbe übernommen, es war auch mir immer das
Wichtigste und dies wird sich in meinen letzten 15 Monaten
nicht mehr ändern. Mit Strukturen und deren Veränderungen
hat dies ohnehin nur wenig zu tun. Strukturen sind allemal
nur Mittel zum Zweck, Zielsetzung können sie nicht
sein. Organisationen, wie ausgefeilt sie auch immer
von irgendwelchen Experten und Strategen ersonnen und
konzipiert werden, bleiben leere Hülsen, wenn nicht
engagierte Menschen in ihnen wirken und dienen.
Und mit dem Dienen, da tun
sich halt viele schwer. Auch unser Minister hat neulich
gesagt: Dienen ist in der heutigen modernen Gesellschaft
keine Selbstverständlichkeit mehr.
Wo gibt es ihn noch, den jungen
Menschen, der sich persönlich als geborener
Verteidiger des Vaterlandes sieht und in die Pflicht
nehmen läßt ? Jeder Soldat schwört oder
gelobt, der BRD treu zu dienen, Recht und Freiheit des
deutschen Volkes tapfer zu verteidigen; dieser Satz
muß eine ungeheuer abschreckende Wirkung ausüben,
oder wie soll man sonst die 182.000 Verweigerer im Jahre
2001 verstehen?
Immer größere Teile
der Gesellschaft sehen die SK zunehmend als eine Art
Dienstleistungsbetrieb für riskante Aufgaben. Die
soziale Distanz zwischen SK und Zivilgesellschaft wird
tiefer, ohne Wehrpflicht wäre die Gefahr der Abkoppelung
noch größer.
Mit dem Begriff Vaterland
kann man größtenteils sowieso nichts mehr
anfangen. Dabei ist aus meiner Sicht die Liebe zum Vaterland
und der Respekt vor der eigenen Kultur eine der wichtigsten
Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit
eines Volkes. Ohne sie ist auch Integration anderer
kaum möglich. Das sind keine neuen Erkenntnisse.
Wir sollten trotzdem einmal darüber nachdenken,
wenn wir nachher beim Abspielen der Nationalhymne das
Deutschlandlied mitsingen.
Die hier angetretenen Fahnenabordnungen
stehen stellvertretend für die Vereine, die zum
Teil seit Jahrhunderten Ideen verkörpern, wie sie
eine wirksame Abwehr der Bedrohung für Demokratie,
Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde erfordern.
Tradition wird nicht als Show gepflegt, als folkloristisches
Beiwerk eines festlichen Geschehens, sondern sie drückt
eine Haltung und innere Gesinnung aus, die weit wichtiger
ist als das äußere Erscheinungsbild. Auch
wenn das Bild der Feuerwehrleute, die in den Trümmern
des WTC die US-Flagge hißten, als Zeitdokument
um die Welt ging, so ist Fahnenkult weder naiv noch
amerikanisch. Fahnen, auch die hier angetretenen, sind
immer optimistisch in die Zukunft weisende, Einheit
fordernde Symbole. Wer sich unter die Fahne stellt,
gehört dazu, steht nicht abseits. Solange die Fahne
noch weht, ist die Sache nicht verloren.
Manche verkennen und verwechseln
dies. Dabei ist es keineswegs eine altmodische Einstellung,
eher umgekehrt, denn gerade in unserer, durch die Internationalisierung
und die Globalisierung geöffneten, aber dadurch
auch in Unruhe gestürzten Gesellschaft braucht
der Mensch dringender denn je ein Fundament, ein Gefühl
der Beständigkeit, der Sicherheit des Daheimseins.
Leider erkennen wir dies immer erst dann, wenn sich
etwas Schreckliches wie in New York oder in Erfurt ereignet
hat. Dann sprechen alle Redner vom Zusammenrücken,
von Gemeinsamkeit und Gemeinsinn. Dann wird man sich
plötzlich wieder bewußt, dass Gesellschaft
und Gemeinschaft ein Begriffspaar bilden. Kaum jemand
wird allerdings bereit sein, sein Leben für eine
"Gesellschaft einzusetzen, sehr wohl aber
für die "Gemeinschaft, wenn man sich
ihr verbunden fühlt.
Auch der Dienst an der und für
die Gemeinschaft gehört aus meiner Sicht dazu,
und da ist der Wehrdienst in einer Bw, wie ich sie in
fast 40 Jahren als Soldat kennengelernt habe, mit Sicherheit
ganz weit oben einzustufen. Lenggries und die vielen
tausend Soldaten, die hier gedient haben, sind immer
mit dabei gewesen. Wir Soldaten sprechen nicht vom Gemeinsinn,
bei uns heißt dies Kameradschaft und diese Kameradschaft
über alle Dienstgrade hinweg ist die innere Stärke
der Truppe. Sie bricht die Dominanz des Verstandes,
des Administrativen und des Funktionierens zugunsten
des Herzens und des Gemüts. Soldaten wissen gerade
heute, dass sie in eine Schicksalsgemeinschaft eingebunden
sind, bei der es auch um den Einsatz des eigenen Lebens
und die Entscheidung über das Leben anderer gehen
kann. Es ist wieder wichtig und man prüft genau,
mit wem man in den Einsatz geht. Unsere Rückkehrer
aus dem Balkan, aus Usbekistan oder Afghanistan können
diese Feststellung bestätigen. Deshalb ist Kameradschaft
weit mehr als eine Zweckgemeinschaft, wie sie zwischen
Kollegen, Mitarbeitern oder Kommilitonen besteht. Sie
ist auch keine Sozialhygiene. Obwohl im Soldatengesetz
verankert, entsteht sie nicht auf Befehl und läßt
sich nicht erzwingen. Kameradschaft ist vielmehr Teil
der soldatischen Persönlichkeit, muß sich
von innen entwickeln, ausgefüllt werden und lebendig
sein. Im Idealfall ist sie ein gewachsenes Band innerlich
freier Menschen.
Ich hatte das Glück, dass ich
Kameradschaft immer wieder erleben durfte, bei Ihnen,
den Angehörigen meines Geschwaders, ganz besonders
und dafür danke ich Ihnen.
Dank sagen möchte ich auch
allen, die für die Organisation dieses Wochenendes
verantwortlich sind. Es war sehr viel Arbeit, alles
zu planen, nichts zu vergessen, nie das Ziel, die Absicht
aus den Augen zu verlieren. Aus der Art und Weise, wie
Sie die Aufgabe angepackt haben, habe ich meine Motivation
geholt. Risiken mußten eingegangen werden. Geld
stand, wie immer, nicht zur Verfügung und noch
wissen wir nicht, ob alles klappen und Ihnen gefallen
wird. Einen ganz wichtigen Teil hat das Luftwaffenmusikkorps
1 aus Neubiberg übernommen, das uns heute und auch
morgen unterstützen wird. Ich möchte an dieser
Stelle Herrn OTL Orterer und seinen Soldaten ganz herzlich
dafür danken, dass sie uns bei zahllosen Veranstaltungen,
wie z.B. Benefizkonzerten, Weihnachtsgottesdiensten
und militärischen Appellen immer wieder große
Freude gemacht haben. Meine höchste Anerkennung!
Ich freue mich schon auf die Serenade um 21.45 Uhr!
Sehr verehrte Gäste, liebe
Kameraden !
Wenn der Stellvertretende Divisionskommandeur nun den
Stab des FlaRakG 6 und die FlaRakGrp 33 bis auf die
1. Staffel aus dem Einsatzauftrag entlassen wird, geht
für die FlaRak-Truppe ein Kapitel zu Ende. Symbolisch
werden wir die NATO-Flagge einholen. Umfangreiche Personal-
und Materialbewegungen sind eingeleitet und werden nun
realisiert. Der weitaus größte Teil der Soldaten
ist unterrichtet, wie es persönlich weitergeht,
nur wenige Entscheidungen stehen noch aus.
Ich bin sehr froh darüber,
dass eine komplette Staffel in dem neuen Verband in
Leipheim die bewahrenswerte Tradition und Geschichte
der FlaRakGrp 33, der Gruppe, die als einziger Lw-Verband
ein Edelweiß im Wappen hat, fortführen kann
und wird. Auch die Soldaten des Stabes, der Stabs- und
VersStff, die nach Leipheim gehen und zusammen mit den
Kameraden der Grp 34 und 43 neue Einheiten bilden, wurden
mit Bedacht ausgewählt und sind wahrlich nicht
die schlechtesten. Unsere besten Wünsche begleiten
sie.
Ich werde auch weiterhin ein wachsames
Auge auf den Fortgang der Planungen richten und für
Unterstützung bei der Überwindung von Hindernissen
sorgen, bin mir aber jetzt schon sicher, dass die 33er
auch an ihrem neuen Stationierungsort ein gutes Bild
abgeben werden, alle Zeichen deuten darauf hin. Ende
2003 soll die Prinz-Heinrich-Kaserne leer sein und anderen
Bestimmungen zugeführt werden, welchen, das steht
noch in den Sternen.
Am 03.10.1936 rückte das II.
Btl GebJgRgt 100, später 98, in diese Kaserne,
die von Anfang an P-H-K hieß, ein. Auch in den
26 Jahren, in denen sie den US-Streitkräften als
Heimat diente, hat sie diesen Namen behalten.Auf 30
Jahre Bw in der P-H-K blicken wir nächstes Jahr
zurück.
Dieser Prinz Heinrich, Träger
des Militär Max-Joseph-Ordens, der höchsten
bayer. Tapferkeitsauszeichnung, Wittelsbacher und Neffe
von Ludwig III., dem letzten König von Bayern,
ist am 08.11.1916 in Rumänien, am Monte Sate, in
seinem Zelt an einer Schußverletzung gestorben.
Der ihn begleitende Prof. Dr. Günther Freiherr
von Pechmann schrieb später in seinen Kriegserinnerungen:
Das KBIL hatte nicht nur einen seiner tapfersten
Führer, sondern auch seinen besten Fürsorger
verloren. Besseres kann man kaum über einen
Soldaten sagen.
Ich erhoffe mir, dass auch die Kaserne,
die bis heute seinen Namen trägt, einer guten Zukunft
entgegengehen möge.Ich danke Ihnen für Ihre
Geduld und wünsche uns allen noch viel Freude an
diesem Wochenende !
|